Die Zukunft gestalten

Ein Gespräch mit Klaus-Peter Sikora, Geschäftsführer von Sterr-Kölln & Partner mbB, über „nachhaltiges Wirtschaften“ als Arbeitsschwerpunkt 

Nachhaltigkeit – den Begriff halten viele schon für überstrapaziert. Haben Sie einen besseren, Herr Sikora?

 „In den letzten Jahren hat das Wort tatsächlich viele neue Freunde gewonnen und dabei – den Eindruck könnte man gewinnen – an Aussagekraft verloren. Für uns macht das allerdings wenig Unterschied. Nachhaltigkeit ist kein Selbstzweck. Für uns ging es und geht es weiterhin um die Gestaltung der Zukunft. “

Nachhaltigkeit war aber nicht immer ihr Arbeitsschwerpunkt…

„…aber generell war unsere Arbeit immer in die Zukunft gerichtet. Vor etwa 20 Jahren hatten wir uns auf Nachfolgeregelungen für Familienunternehmen spezialisiert. Das ist ein Thema, das keine kurzfristigen Konzepte verträgt. Auch da hatten wir die positive, tragfähige, wirtschaftlich erfolgreiche – und wenn Sie so wollen – nachhaltige Veränderung von Unternehmen im Blick. “

Wie kam es zur Neuorientierung?

„Wer sich mit Perspektiven beschäftigt, mit neuen Wirtschafts- und Rechtsgebieten, trifft irgendwann auf Mandanten, die ähnlich denken und arbeiten. In den 90er Jahren gründeten sich die ersten Unternehmen, die Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien zum erfolgreichen Geschäftsfeld entwickeln wollten. Damals hieß das noch nicht nachhaltig, sondern „ökologisch“. Viele haben darüber gelächelt. Aber wir teilten die Überzeugung, dass auf „ökologischen“ Boden gesunde Pflanzen wachsen. Vor allen Dingen – jetzt muss ich das Wort wieder strapazieren – im Hinblick auf eine lebenswerte Zukunft. Der Kontakt zu den Mandanten entwickelte sich also ganz automatisch… “

Was waren die ersten Aufgaben?

„Die kamen aus dem Bereich Windenergie. Bis heute übrigens ein zentrales Aufgabenfeld. Die juristischen Fragen bei den ersten Windprojekten unterschieden sich übrigens kaum von den heutigen. “

Heißt das, Sie beschäftigen sich hauptsächlich mit Projekten?

„Klingt das so? Nein, Projekte sind nur der für jeden sichtbare Teil unserer Arbeit, die Spitze des Eisbergs. Der Weg einer nachhaltigen Idee in die Praxis führt über viele vorbereitende Gespräche, Workshops und Abwägungen.

Wir investieren viel Zeit, um mit unseren Mandanten den Weg Richtung Nachhaltigkeit zu definieren. Erst eine klare Vorstellung von den Zielen öffnet den Akteuren realistische Handlungsmöglichkeiten. Das gilt für die Energiewende in Kommunen genauso wie für nachhaltig ausgerichtete Unternehmen und ihre "alltäglichen" Aufgaben. Führungsfragen, Investitionsentscheidungen, Finanzierungskonzepte... in einem - sagen wir mal - Zulieferbetrieb der Windbranche, müssen eben vor dem Hintergrund eines nachhaltig wirtschaftenden Unternehmens gelöst werden.“

Heute wird dafür niemand mehr belächelt. Freuen Sie sich, dass „Nachhaltigkeit“ in der gesellschaftlichen Mitte angekommen ist?

„Natürlich ist es gut, dass sich die richtige Idee schließlich durchsetzt. Dem Eifer der Energiewende dürfen aber nicht das planerische Augenmaß und die Sorgfalt zum Opfer fallen. “

Unsere Leitlinien Wie sehen Sie Ihre Arbeit in der Zukunft?

„Spektakuläre Offshore-Windparks, riesige Pumpspeicherkraftwerke und Solarkraftwerke in der Wüste werden uns nicht bis zum Ende des Jahrhunderts tragen... Vor Ort müssen wir alle Möglichkeiten ausschöpfen nachhaltig zu leben und zu wirtschaften. Dafür braucht es unternehmerischem Einsatz, Offenheit für Technologien und Bereitschaft zu neuem Denken. Daran werden wir auch in Zukunft mit unseren Mandanten arbeiten.“