03.08.2026
Schriesheim und Dossenheim unterzeichnen Verträge für interkommunales Windkraftprojekt
Sterr-Kölln & Partner begleitet Kommunen bei Vertragsverhandlungen mit Projektentwicklerin Pionext

Schriesheim und Dossenheim haben einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem interkommunalen Windkraftprojekt am Weißen Stein gemacht: Nach Zustimmung der jeweiligen Gemeinderäte unterzeichneten die Bürgermeister Christoph Oeldorf und David Faulhaber am 31. Juli 2026 die Verträge mit der Projektentwicklerin Pionext. Auf dem Gebiet können somit bis zu neun Windenergieanlagen entstehen.
Wir von Sterr-Kölln & Partner haben die Stadt Schriesheim und die Gemeinde Dossenheim während der Vertragsverhandlungen rechtlich beraten. Mit den nun geschlossenen Vereinbarungen werden die Grundlagen für die mögliche Errichtung, den Betrieb, die Unterhaltung, einen späteren Ersatz sowie den Rückbau von Windenergieanlagen am Weißen Stein geschaffen. Vorausgegangen war ein Bürgerentscheid im November 2025, bei dem sich die Bevölkerung beider Kommunen mehrheitlich dafür ausgesprochen hatte, den begonnenen Entwicklungsprozess für einen Windpark weiterzuverfolgen.
Vertragswerk regelt Zusammenarbeit, Flächennutzung und Beteiligung
Im Mittelpunkt der Verhandlungen standen ein Kooperationsvertrag zwischen den beiden Kommunen und Pionext sowie jeweils ein Gestattungsvertrag für Schriesheim und Dossenheim. Während der Kooperationsvertrag insbesondere die Zusammenarbeit und die Beteiligungsmöglichkeiten für Kommunen und Bevölkerung regelt, betreffen die Gestattungsverträge die Nutzung kommunaler Flächen sowie die entsprechenden Pachtzahlungen.
Vertraglich vereinbart wurden unter anderem:
- die Untersuchung von bis zu neun möglichen Anlagenstandorten; realisiert wird das Projekt nur bei mindestens drei Windenergieanlagen,
- eine auf Kosten der Projektentwicklerin durchzuführende spezielle artenschutzrechtliche Prüfung,
- finanzielle Beiträge für regionale Naturschutzmaßnahmen über einen Zeitraum von 20 Jahren,
- Ausgleichs- und Wiederaufforstungsmaßnahmen im Zusammenhang mit einer möglichen Waldumwandlung,
- kommunale Beteiligungsmöglichkeiten, die auch auf Dritte wie Bürgerenergiegenossenschaften übertragen werden können,
- die Prüfung eines vergünstigten lokalen Ökostromtarifs für die Bevölkerung sowie
- eine gemeinsame Bürgerinformationsveranstaltung vor Baubeginn
Pionext kann nun die Unterlagen für den Genehmigungsantrag nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz vorbereiten. Die Einreichung ist für 2027 vorgesehen, die Inbetriebnahme des Windparks ist für 2030 geplant.
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