Die EEG Novelle 2021 und die PV-Pflicht in BaWü ändern die Rahmenbedingungen für PV-Dachflächenprojekte!

Am 23. September stellte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier den beschlossenen Regierungsentwurf zur EEG Novelle 2021 vor. Die Novelle möchte die notwendigen Schritte einleiten, um das Ziel von 65 Prozent Erneuerbare Energien bis 2030 zu erreichen. Der Entwurf ist ein Indiz für den auch gesetzlichen Rahmen, in dem neue Photovoltaik-Projekte vorangetrieben werden können, weshalb die wichtigsten Änderungen in Bezug auf PV auf Dachflächen im Folgenden vorgestellt werden. Darüber hinaus möchte auch die grün-schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg den Klimaschutz weiter vorantreiben – unter anderem mit Hilfe einer PV-Pflicht für Nichtwohngebäude.

Eine Verbesserung stellt der in der Novelle vorgesehenen höhere Mieterstromzuschlag dar. Dies könnte dem in der Vergangenheit sehr langsam wachsenden Mieterstrommarkt mehr Schwung verleihen. Im Rahmen der EEG-Novellierung ist auch die separaten Ausschreibungen für Photovoltaik-Dachanlagen positiv zu bewerten. Dies vermeidet eine Benachteiligung von PV-Dachanlagen ab 750 Kilowatt installierter Leistung gegenüber Freiflächen-Anlagen. Jedoch soll die Ausschreibungspflicht von PV-Anlagen schon ab 500 kW gelten. Dies betrifft besonders mittlere Projekte und Eigenverbrauchsanlagen, da die Umsetzung deutlich aufwändiger und weniger planbar wird. Gleichzeitig wird das Vergütungsniveau sinken.  

Die installierte Leistung von PV soll durch die EEG Novelle von heute 52 GW auf 100 GW im Jahr 2030 gesteigert werden, was einer Verdopplung entspricht. Ob diese Erhöhung ausreicht, um Deutschland bis 2050 treibhausgasneutral zu gestalten ist fraglich. Das zeigt die Studie „Wege zu einem klimaneutralen Energiesystem“ des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE auf. Allein im Photovoltaik-Bereich werden  zwischen 300 und 600 Gigawatt an installierte Leistung nötig sein werden, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

Der Regierungsentwurf hat die Gelegenheit versäumt, dass fast unerschöpfliche Reservoir an Dachflächen konsequent zu erschließen. Jedoch ist ein politischer Wille erkennbar.

Positiv kann der Kabinettsbeschluss der Landesregierung Baden-Württemberg gewertet werden, eine Photovoltaik-Pflicht für Nichtwohngebäude in die Novelle des Klimaschutzgesetzes zu integrieren. Dabei soll es ab 2022 auf neuen Nichtwohngebäuden sowie auf Parkplätzen mit mindestens 75 Stellplätzen verpflichten sein, eine PV-Anlage mit einzuplanen. Gerade auf Neubauten kann eine Verwendung von Photovoltaik sehr wirtschaftlich sein und rentiert sich meist schon nach wenigen Jahren. 

Es ist festzuhalten, dass sich einige Stellschrauben im Photovoltaik-Bereich in den nächsten Jahren positiv drehen werden. Die Bundesregierung sowie die Landesregierung Baden-Württemberg schaffen eine bessere Grundlage für zukünftige PV-Projekte.

Jedoch sind die Margen durch die immer weiter sinkenden Einspeisevergütungen geringe und rechtliche Rahmen oft unübersichtlich. Für Eigentümer von Immobilien ist es daher eine Option mit Experten aus der Energiewirtschaft, wie Stadtwerken und Solarteuren zu kooperieren. Erfahre Partner helfen dabei den Rechtsrahmen ideal zu nutzen und Kosten gering zu halten.