Der französische Markt unter der Lupe: Die aktuelle Situation der französischen Wirtschaft!

Frankreich, die sechstgrößte Volkswirtschaft weltweit, überzeugt vor allem mit seiner Marktgröße, der Qualität der Infrastruktur, geringen Energiekosten sowie mit Innovationskraft und Kreativität. Dabei pflegen Deutschland und sein Nachbarstaat eine enge wirtschaftliche Partnerschaft. So schaffen 2.500 deutsche Unternehmen ca. 320.000 Arbeitsplätze in Frankreich im Jahr 2020. Auch war Deutschland mit 228 Projekten im Jahr 2019 der zweitgrößte erwerbsschaffende Direktinvestor in Frankreich. Dies entsprach einem Anstieg zum Vorjahr um 21 % und betrug mehr als 15 % aller ausländischen Investitionen. Im Gegensatz zum deutschen Energiemarkt setzt Frankreich auf Großprojekte und plant zentral. So stehen einem großem französischem Staatsunternehmen, das den Markt weitestgehend im Griff hat, 800 Stromversorger in Deutschland entgegen. Dadurch, dass die Atomkraft in Frankreich mit 70,6% weiterhin den größten Stromanteil ausmacht, kann der Strompreis niedrig gehalten werden. Dennoch setzt Frankreich seit 2015 mit dem Energiewendegesetz ein Zeichen für grünes Wachstum – so soll der Anteil an erneuerbare Energien bis 2030 auf 32% erhöht werden. Auch aufgrund dessen steigt der Anteil an Erneuerbare Energien am Endenergieverbrauch seit 2006 stetig an, was auch für deutsche Unternehmen der Energiebranche, wovon schon einige seit vielen Jahren im französischen Markt aktiv sind, von Interesse sein kann.

Die wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Krise sind auch in Frankreich stark spürbar. Dennoch hat die Krise die Beziehung zwischen den zwei Nachbarstaaten auf Unternehmens- und Staatsebene gefestigt. Dies wurde insbesondere durch den Aufbau eines europäischen Hilfsfonds deutlich, welcher durch eine deutsch-französische Initiative im Mai 2020 zustande kam. Die deutsch-französische Handelskammer befragte im Sommer 2020 deutsche Unternehmer in Frankreich nach deren Prognose für die kommenden Jahre. Dabei geht rund die Hälfte der Befragten von einer Wiederbelebung der Tätigkeit ab 2022-2024 aus. Auch möchte weiterhin ein Drittel der deutschen Akteure an ihren Investitions- und Einstellungspläne in Frankreich festhalten. Diese Aussagen hängen stark mit der Reaktion der französischen Regierung zusammen. Implizit kann hier das Konjunkturpaket #France Relance genannt werden.

Die Bereitschaft der französischen Regierung, auch in Krisenzeiten in vielversprechende Technologien zu investieren, bleibt glücklicherweise ungebrochen. So stehen unter anderem ca. 30 Milliarden Euro des 100 Milliarden Euro schweren Konjunkturpakets #France Relance für die Themen Ökologie und grüne Wirtschaft zur Verfügung. Dieser Teilbereich betrifft neben der thermischen Gebäudesanierung öffentlicher und privater Gebäude (6,7 Mrd. Euro) und der Dekarbonisierung der Industrie (1,2 Mrd. Euro), auch den Energiesektor. Dabei soll besonders grüner Wasserstoff gefördert werden, was mit einem Förderpakt von 7 Mrd. Euro bis 2030 im Konjunkturpaket hervorgehoben wird. Auch der Ausbau umweltfreundlicher Transportmöglichkeiten (1,2 Mrd. Euro) kann für viele deutsche Unternehmen einen Anreiz für eine Investition in Frankreich sein.

Die Assemblée Nationale hat zudem am 20. Oktober beschlossen, den Kreis der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die mit einen reduzierten Körperschaftssteuersatz von 15% privilegiert werden, zu erweitern. Demnach soll die Jahresumsatzschwelle von 7,63 Millionen Euro auf 10 Millionen Euro angehoben werden.  Sowohl diese als auch alle anderen genannten Entwicklungen zeigen auf, dass auch in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit wie dieser der französische Markt für deutsche Unternehmen interessant bleibt und auch Investitionen ins französische Nachbarland stets attraktiv sind.

Unterm Strich bietet der französische Markt trotz Krise oder gerade deswegen große Chancen für die deutschen Unternehmen. Wenn man eine Krisensituation durch Reserven abfedern kann und die freuen Kapazitäten nutzt um sich gut für die kommenden Monate und Jahre aufzustellen kann ein Unternehmen stark aus der Krise kommen. Sterr-Kölln & Partner berät seit vielen Jahren Unternehmen beim Schritt über die Grenze und steht als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung.