Standortbestimmung: Interne Blockaden bei der Dezentralisierung

Vergessen die Unternehmen bei der Dezentralisierung ihre Mitarbeiter? 3 Antworten von Felix Kuske

Herr Kuske, die Dezentralisierung beschäftigt Unternehmen im Energiesektor seit einigen Jahren. Alle sind auf der Suche nach Strategien, um dem Wandel gerecht zu werden. Sie haben die Mitarbeiter der betroffenen Unternehmen zu ihrer Einstellung befragt. Haben die Unternehmen über ihren Zukunftsplänen den menschlichen Faktor vergessen?

Felix Kuske: Nein, so kann man das nicht sagen. Ich denke aber, dass das das Potential, das in den Mitarbeitern steckt, nicht ernst genug genommen wird. Das gilt sowohl im positiven wie im negativen Sinn. Eine skeptische oder demotivierte Belegschaft kann wichtige Schritte in Richtung Dezentralisierung blockieren. Begeisterte Modernisierer drängen vielleicht voreilig auf eine Technik, die das Unternehmen noch gar nicht umsetzen kann.

Warum fällt es den Unternehmen so schwer darauf einzugehen?

F.K.: Die Dezentralisierung ist keine einfache Veränderung, sie ist ein Transformationsprozess auf vielen Ebenen, soll heißen: technologische, strategische, politische, wirtschaftliche Faktoren, alle zusammen bestimmen und prägen die Entwicklung. Es gibt nicht den einen "allwissenden" Experten. Die Unternehmen müssen verschiedene Kompetenzen vernetzen, um dann komplexe Entscheidungen zu treffen. Das kostet viel Kraft. Dabei wird der einzelne Mitarbeiterin, der einzelne Mitarbeiter leicht übersehen. Gleichzeitig ist aber jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin von dem Prozess betroffen.

Was können Unternehmen denn tun um sicherzustellen, dass die Belegschaft beim Transformationsprozess positiv mitwirkt?

F. K.: Kurz gesagt: Schaffen Sie ein veränderungsfreundliches Umfeld. Unter anderem bedeutet das, jedem tatsächlich die Chance einer Mitwirkung zu geben - und zwar ernsthaft, nicht als Lippenbekenntnis.

Felix Kuske ist Unternehmensberater. Für seine Studie hat er über 170 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Unternehmen im Energiesektor befragt.
Hier finden Sie die Zusammenfassung der Ergebnisse.


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