Dezentral und Digital: Was bringt die Blockchain-Technologie für kommunale Akteure?

Die Blockchain hat das Potential den Energiemarkt zu revolutionieren

Ein regionales dezentrales Blockchain-Netzwerk verknüpft Erzeuger und Verbraucher. Auf einer gemeinsamen Plattform handeln alle technischen Einheiten, Produzenten und Abnehmer von Strom in Echtzeit Peer-to-Peer. Dabei interagieren Sensoren im Stromnetz über Smart-Contract-Oracles mit dem Blockchain-Netzwerk.

Ein gut konzipiertes Blockchain-Netzwerk steigert die Resilienz im Netz — trotz dezentraler Vorgänge. Die finanzielle Abrechnung der komplexen Vorgänge im Blockchain-Netzwerk erfolgt automatisch und zuverlässig.

Politischer und technischer Entwicklungsstand

Der Transformationsprozess Richtung Blockchain ist bereits im Gang. Auch die Bundesregierung zeigt politischen Gestaltungswillen. Ihre Online-Konsultation zur Entwicklung einer Blockchain-Strategie lief im ersten Quartal dieses Jahres. Allerdings hängt die weitere Entwicklung nicht nur von politisch-regulatorischen, sondern vor allem von technischen Faktoren ab.

Mittlerweile entwickeln einige Start-Ups erfolgreich Anwendungen für die Energiewirtschaft. Erste Pilotprojekte sind bereits realisiert. Sie zeigen, wohin es mit den Blockchains gehen könnte. Eine Entwicklung, die auch kommunale Akteure verfolgen sollten.

 

Problemlöser Blockchain

Erneuerbare Energien und dezentrale Versorgungsstrukturen haben die Energieversorger vor große Herausforderungen gestellt. Die Blockchain bietet sich nun als potentieller Problemlöser an.

  1. Sie kann Fluktuationen auf Nachfrage- und der Erzeugerseite ausgleichen. Ein dynamisches Preissystem, das sich dem aktuellen Marktgeschehen anpasst, schafft die richtigen Anreize Erzeuger und Verbraucher.
  2. Die Abrechnungs-, Anpassungs- und Berechnungsprozesse geschehen im Blockchain-Netzwerk automatisch. Das spart Zeit und reduziert Fehlerquellen. Manuelle Korrekturen entfallen.
  3. Über die Blockchain können eine Vielzahl kleiner Investoren eingebunden werden. Das vereinfacht die Finanzierung eines dezentralen Energienetzwerks.

Nebenbei gewährleistet die Blockchain ein hohes Maß an IT-Sicherheit.

Wann lohnt sich Blockchain-Technologie für kommunale Akteure? 5 Kernfragen.

Blockchain ist ein in-Thema. Inzwischen kommt sie selbst dann zum Einsatz, wenn herkömmliche Technologien besser geeignet wären. Es gibt einige Situationen, in denen Kommunen sich unbedingt näher mit dem Thema beschäftigen sollten. Beispielsweise, wenn EE-Anlagen auf kommunalem Boden in nächster Zeit aus dem EEG fallen und darum in ein neues Geschäftsmodell überführt werden müssen. Ein Blockchain-Netzwerk kann hier die Lösung sein. In anderen Situationen ist die Lage nicht eindeutig.

Lohnt sich die Investition in die Blockchain? Gut möglich, wenn die Antworten auf diese Fragen positiv ausfallen:

  • Brauchen wir eine verteilte gemeinsame Datenbank?
  • Bedarf es einer sicheren und unveränderlichen Speicherung aller Vorgänge?
  • Sind mehrere Interessensgruppen beteiligt?
  • Haben diese Interessengruppen sich widersprechende Anreize?
  • Ist ein diverses, aber langfristig stabiles Regelwerk notwendig?

Mit der Blockchain bei Förderprogrammen punkten

Blockchain-Projekte sind immer noch Pilotprojekte mit allen Unwägbarkeiten, die dazu gehören. So lassen sich Investitionskosten und Rückflüsse nur schwer prognostizieren. Personal- und Koordinationsaufwand sind hoch. Nun sind Pioniere gefragt, die Projekte umsetzen und Lernzirkel durchlaufen. Förderprogramme können das wirtschaftliche Risiko reduzieren. Projekte mit Blockchain erreichen die in vielen Programmen geforderte ausreichende "Innovationstiefe" in der Regel spielend."

Eine Investition in die Zukunft – in jeder Hinsicht

Ein Blockchain-Netzwerk will gepflegt und unterhalten werden – aber auch gefordert. Rund um diese Infrastruktur entwickeln sich in Zukunft neue Geschäftsmodelle. In Zeiten steigenden Kostendrucks bei Energieerzeugung und -vertrieb öffnet die Blockchain Handlungsspielräume und bietet die Chance, sich am Markt neu zu positionieren.